Was ist ein fairer kWh-Preis? ist eine wichtige Grundlage, um Stromtarife sinnvoll zu vergleichen. Der Endpreis besteht nicht nur aus einem einzelnen kWh-Preis, sondern aus mehreren Bestandteilen, die unterschiedlich beeinflussbar sind.
Quellenbasis: BMWE: Der Strompreis und Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt: Monitoringbericht 2025.
Die drei großen Preisbestandteile
Nach Darstellung des Bundeswirtschaftsministeriums besteht der Strompreis für Haushaltskunden im Kern aus drei Gruppen: Beschaffung und Vertrieb, Entgelte für die Netznutzung sowie staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und Umlagen.
| Bestandteil | Was steckt dahinter? | Für Verbraucher wichtig |
|---|---|---|
| Beschaffung und Vertrieb | Einkauf des Stroms, Vertriebskosten und Marge des Anbieters | hier entsteht Wettbewerb zwischen Anbietern |
| Netzentgelte | Kosten für Transport, Betrieb und Ausbau der Stromnetze | regional unterschiedlich, vom Anbieter kaum beeinflussbar |
| Steuern, Abgaben und Umlagen | gesetzlich vorgegebene Preisbestandteile | müssen im Tarifpreis mitbezahlt werden |
Aktuelle Einordnung der Anteile
Für Haushalte nennt das BMWE auf Basis des Monitoringberichts 2025 eine grobe Aufteilung: rund 39,6 Prozent Wettbewerbsanteil, rund 28,7 Prozent Netzentgelte einschließlich Mess- und Abrechnungskosten und etwa 31,7 Prozent staatlich veranlasste Preisbestandteile.
Diese Werte sind Durchschnittsangaben. Der konkrete Tarif kann je nach Region, Anbieter und Verbrauch abweichen.
Fair heißt: passend zum Gesamtpaket
Ein fairer kWh-Preis ist nicht automatisch der niedrigste Arbeitspreis. Wichtig sind Gesamtjahreskosten, Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie, Bonusbedingungen und die Frage, ob der Tarif zum Verbrauch passt.
- niedriger Arbeitspreis plus hoher Grundpreis kann bei wenig Verbrauch ungünstig sein
- Bonusangebote sollten nicht den Blick auf den Folgetarif verdecken
- Preisgarantie und Laufzeit müssen zum Sicherheitsbedürfnis passen
Was bedeutet das für den Tarifvergleich?
Beim Vergleich sollten Sie nicht nur auf den beworbenen kWh-Preis schauen. Entscheidend sind die Gesamtkosten pro Jahr. Dafür müssen Arbeitspreis, Grundpreis, Verbrauch und Tarifbedingungen zusammenpassen.
Nutzen Sie dafür den Strompreisrechner und vergleichen Sie Angebote mit Ihrem tatsächlichen oder realistisch geschätzten Jahresverbrauch.
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Häufige Fragen
Aus welchen Teilen besteht der Strompreis?
Der Strompreis besteht grob aus Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelten sowie staatlich veranlassten Preisbestandteilen wie Steuern, Abgaben und Umlagen.
Warum unterscheiden sich Stromtarife trotz gleicher Netze?
Unterschiede entstehen vor allem beim Wettbewerbsanteil, also bei Beschaffung, Vertrieb, Marge und Tarifgestaltung des Anbieters.
Reicht der kWh-Preis für den Vergleich aus?
Nein. Der Grundpreis, der Verbrauch und die Tarifbedingungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.